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Böhmer & Lotz Rechtsanwälte
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Arbeitsrecht und Kündigungsschutz

Kündigung vom Arbeitgeber bekommen, was tun? Kündigungsschutz, was geht?

Der Schreck sitzt tief, wenn Sie in Ihren Briefkasten schauen und dort das Kündigungsschreiben Ihres Arbeitgebers vorfinden. Hier sollten Sie einen kühlen Kopf bewahren und sich kurzfristig durch Ihren Rechtsanwalt, der sich optimal im Arbeitsrecht und insbesondre auch im Kündigungsschutzrecht auskennt,  beraten lassen.

 

Ihr Rechtsanwalt klärt zunächst für Sie, ob überhaupt die Form der Kündigung gewahrt ist und die Kündigungsfrist richtig berechnet wurde. Eine Kündigung, egal ob vom Arbeitgeber oder vom Arbeitnehmer ausgesprochen, muss schriftlich erklärt werden, ansonsten ist die Kündigung unwirksam. Die Kündigungsfrist ergibt sich aus Ihrem Arbeitsvertrag, aus dem Tarifvertrag oder aus dem Gesetz (§ 622 BGB).

 

Sind diese Hürden genommen, klärt Ihr Rechtsanwalt, ob Sie allgemeinen oder speziellen Kündigungsschutz genießen.

 

Allgemeiner Kündigungsschutz ergibt sich aus dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG). Voraussetzung für den allg. Kündigungsschutz ist, dass Ihr Arbeitsvertrag länger als sechs Monate besteht und in Ihrem Betrieb in der Regel mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigt sind. Bei Beschäftigungsverhältnissen vor dem 31.12.2003 genügt es, wenn zu diesem Zeitpunkt mehr als 5 Arbeitnehmer beschäftigt waren und diese heute noch beschäftigt sind. Sind diese Voraussetzungen gegeben, dann ist die Kündigung unwirksam, wenn sie sozial ungerechtfertigt ist.

 

Sozial ungerechtfertigt ist eine Kündigung, wenn sie nicht durch Gründe gerechtfertigt ist, die

  • in der Person (personenbedingte Kündigung) des Arbeitnehmers- oder
  • dem Verhalten (verhaltensbedingte Kündigung) des Arbeitnehmers liegen oder
  • aufgrund dringender betrieblicher Erfordernissen (betriebsbedingte Kündigung) erfolgt.

 

Soweit in Ihrem Betrieb ein Betriebsrat besteht, muss dieser vor Ausspruch der Kündigung durch den Arbeitgeber unter Darlegung der Gründe angehört werden.

 

Besonderer Kündigungsschutz kann sich bspw. ergeben bei Mutterschutz, Schwerbehinderung/ Gleichstellung, Eltern- und Pflegezeit, Betriebsratstätigkeit.

 

Bei einer fristlosen Kündigung ist zu prüfen, ob

  • überhaupt ein „wichtiger Grund“, der für den Arbeitgeber die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist unzumutbar macht, vorliegt und
  • die hierfür erforderliche Frist von zwei Wochen eingehalten ist.

 

Beachten Sie bitte unbedingt, dass innerhalb von drei Wochen ab Zugang der Kündigung beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage zu erheben ist. Andernfalls wird die Kündigung bestandskräftig.

 

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